Paul ist ausgesprochener Liverpool-Fan, was er mir ganz ungeniert gleich am Anfang des Gespräches steckte. Deshalb führte natürlich kein Weg daran vorbei, sich die Reds genauer zu Gemüte zu führen und dabei vor allem das brandneue Feature der Adidas Live Season näher zu untersuchen.
Mit FIFA 09 wird fortan jeden Mittwoch ein Update erscheinen, das die Stärken der Spieler auf den aktuellen Stand bringt und sich dabei vor allem an den Leistungen der Akteure am letzten Spieltag orientiert. Fernando Torres darf sich daher, auch dank eines Auswärtstores, über eine aktuelle Wertung von 93 freuen, während Robby Keane mit 75 weit unter seiner standardmäßigen Stärke von 84 liegt.
Dabei gibt es fünf unterschiedliche Formstati. Rot zeigt an, dass der Spieler weit unter seiner Standardform agiert, braun/orange, dass er sich darunter befindet, aber noch Fußball spielen kann, bei weiß hält er sein Level, gelb zeigt eine leichte Kurve nach oben an und grün bedeutet, er befindet sich gerade auf einem Höhenflug.
Die gute Nachricht: Der Spieler entscheidet, ob er dieses Feature nutzen möchte oder nicht - sowohl online als auch offline. Es ist zudem durchaus möglich, dass ein Spieler die Updates nutzt und der andere nicht.
Die Schlechte: Kostenlose Updates gibt es nur für eine der sechs Ligen, die ihr euch zu Beginn aussuchen dürft. Für regelmäßige Updates in anderen Ligen ist hingegen eine einmalige Gebühr geplant. In dem Fall zählen die regelmäßigen Updates sozusagen als einmaliger Content, rein bezahltechnisch betrachtet.
Für den Manager-Modus gilt die Adidas Live Season nicht.
Neues Features für den PC
Wer künftig online spielt, darf sich sein Interface und das Eingangsmenü selbst designen. Paul war es ein besonderes Bedürfnis, den Spielern sofort beim Starten des Spiels das Gefühl zu geben, ein Teil der Community zu sein. Ihr könnt die entsprechenden Infoboxen nicht nur verschieben, sondern auch auswählen, welche ihr angezeigt haben wollt. Eine dokumentiert die jüngsten Spielerentwicklungen, eine andere veröffentlicht regelmäßig neue News zum persönlichen Lieblingsclub des Spielers.
Gameplay-Verbesserungen und realistische Innovationen
Die Steuerung wird frei konfigurierbar sein - wenigstens für das Keyboard. Die Alternative wäre das Gamepad oder die neuartige Möglichkeit, das Spiel mit Tastatur und Maus zu steuern. Der Clou: Wer sich so versucht, genießt Privilegien, die den anderen Varianten vorenthalten bleiben.
Paul zeigt mir, was er meint. Er passt nicht nur in den freien Raum - was auch ohne Maus und mit Pad machbar ist, sondern er schickt den Spieler an den Platz, an den er den Ball passt. Das geht mit dem Gamepad und der Tastatur nicht.
"Ein Vorteil?", frage ich Paul. Der zuckt mit den Schultern. Er weiß es nämlich selbst noch nicht und möchte einfach abwarten, was die Profis aus dieser Steuerung machen. Er kann sich durchaus vorstellen, dass sich in einiger Zeit ergibt, dass dieses Feature das Kräfteverhältnis unfair verschiebt, aber sicher ist zum Augenblick noch gar nichts. Zudem freut er sich darauf, den besten Gamepad-Spieler gegen den besten Maus/Tastatur-Spieler antreten zu sehen. Spätestens danach wisse man mehr.
Auch das Ballabschirmen wurde überarbeitet. Die Animation zeigt jetzt deutlich, dass der Spieler den Hintermann zu blocken versucht. Im Gegenteil zu FIFA 08 ist das auch deutlich effektiver, verlangsam das Spiel hier und da und verhilft FIFA 09 dazu, realistischer zu wirken. Nun ist der moderne Fußball ja alles andere als langsam, aber gerade an Eckfahnen wird regelmäßig mit viel Körpereinsatz um jeden Meter gekämpft. Paul empfiehlt trotzdem, das Abschirmen gemäßigt einzusetzen, da es sich hierbei nicht um ein Allheilmittel handelt, sondern als Abwechslung dienen soll, um das Spiel variabler zu machen.
Zu bedenken sei dabei auch das Folgende, was erstmals im neuen FIFA eine Rolle spielen soll. Demnach zählt Stärke, Schnelligkeit und Gewandtheit im Körperlichen Gerangel. Paul gibt mir ein Beispiel: Wenn Chelseas Drogba in den Strafraum dribbelt und von einem Verteidiger angerempelt wird, kratzt ihn das herzlich wenig. Es beeinflusst seine Ballbeherrschung kaum, weil er ein stämmiger Typ ist. Michael Owen hingegen hat es deutlich schwerer, die Kontrolle zu behalten und den Ball nicht zu verlieren. Er ist deshalb auf seine Schnelligkeit angewiesen, die ihn erst gar nicht in diese Lage bringen sollte.
Weit schüsse sollen hingegen nicht leichter geworden sein, obgleich man den Eindruck gewinnen könnte, wenn man den Testern beim Probespielen zusieht. Flanken bleiben weiterhin knifflig und keine selbstverständliche Torchance wie noch in FIFA 07.
Systemvoraussetzungen
Genaues konnte mir Paul zum Augenblick noch nicht sagen, aber er nannte ein paar Daten zu den empfohlenen Systemvoraussetzungen, die ich völlig nackt und unverblümt an euch weiterreiche:
- Grafikkarte: Nvidia 7000er-Serie
- Arbeitsspeicher: 2 GB RAM (Windows Vista)
- Prozessor: 3,1 (Single Core), 2,4 (Dual Core)
Zur Erinnerung: Am 11. September erscheint die Demo-Version.