Wer einen der kommenden Titel
Electronic Arts' anspielen möchte, ist auf der Games Convention genau richtig und wenn man weiß, wo man es findet, ist
Facebreaker im Vergleich zu anderen spielend leicht zu erreichen. Ich nutzte die Gelegenheit und prügelte mich eine Runde mit Florian, 17 Jahre. Er stand allein im Hintergrund und beobachtete die beiden Jungs, die noch die Gamepads hielten, ehe ein Blick genügte und wir beiden die nächsten im Ring waren.
Beginnen wir mit dem Fazit: Es hat wirklich Spaß gemacht, das sah auch Florian so, zumal der Kampf bis zum Ende äußerst spannend blieb. "'Lustig und 'mal 'was anderes.", antwortete er auf meine Frage, ob es ihm gefallen habe. Dabei schienen sich mit ihm und mir zwei Nicht-Consoleros gefunden zu haben, die dementsprechend unbewandert in die erste Runde an der Xbox 360 gingen. Bessere Testbedingungen konnten wir gar nicht schaffen ...
Spin vs. Voodoo
Das Matchup schien ein Spiegelbild unserer selbst. Florian, ein paar Zentimeter größer als ich, schnappte sich den langen, schlacksigen Spin, ich den kleineren, stämmigen Voodoo. Rasch tauschten wir uns bezüglich der vielen Tasten aus, zeigten ein paar hohe Punshs, echte Tiefschläge, Uppercuts und Spezialattacken. Danach ging es zur Sache ...
... und Voodoo zeigte sich unerbittlich. Mit eindeutigen Schnelligkeitsdefiziten musste er folglich zuschlagen wie Bär. Das tat er vorbildlich. Das Problem: Spin konnte seine Reichweite nicht ausspielen, weil er Voodoo damit Raum und Zeit gab, dieses grüne Geschoss abzufeuern, das ihn jedes Mal benommen machte. Also musste der hagere Brite in den Nahkampf, was auch Florian nach dem zweiten Niederschlag erkannt hatte. Ich ließ locker, um noch etwas Zeit zum Herumprobieren zu gewinnen und ihn nicht vorzeitig mit einem T-K.O. nach Hause zu schicken, die Spin vorzüglich nutzte. Schnell ging mein Medizinmann das erste Mal zu Boden, das Blocken fiel mir schwer, Florianstellte sich deutlich geschickter an. Von Spin hagelte es indessen Schläge en masse, bis es schließlich 2:2 nach Niederschlägen stand, die Zeit ablief und wir uns in einem Sudden Death wiederfanden.
Nun kam jemand einer der Helfer dazu und erklärte uns, dass sich die Anzeige unten (jeweils links und rechts) mit aufeinanderfolgenden Treffern (hohen und tiefen Schlägen) peu à peu auffüllen würde und schließlich voll aufgeladen einen richtigen Facebreaker mit Y ermöglichte. Gesagt, getan, leider kam mir Florian zuvor, markierte den dritten Niederschlag und siegte somit in der Verlängerung.
Klischees, weil's lustig ist!
Während des Spielens nicht zu lachen, dürfte ein hoffnungsloses Unterfangen werden. Überall haben die Macher etwas komisches eingebaut, manchmal an Stellen, an denen man es nicht erwartet. Als das Nummerngirl die zweite Runde einläutete und das Schild falsch herum hielt, musste ich lachen. Man reitet absichtlich auf Klischees herum und wenn es sein muss bis in den Sonnenuntergang, was bereits beim Design der Charaktere deutlich wird. Spin spricht mit einem heftigen Londoner Dialekt, während Voodoo vorzugsweise gar nichts sagt und wenn, nur in einer dubiosen Sprache, die seine Mysteriosität.
Zum Schluss bedankte ich mich bei Florian für den Schlagabtausch und fragte ihn, ob er sich vorstellen könnte, das Spiel zu kaufen. "Ja, vielleicht. Wenn es für den PC erscheint.", meinte er. Soetwas planen die Macher zum Augenblick allerdings noch nicht ...