Die Drei-Stadt in vier Teilen
Im EA Cocoon angekommen, konnten wir uns durch die frühe Stunde noch schnell an eine der X360 Stationen kämpfen ohne die Spieler-Kollisions-Physik zu sehr zu strapazieren. Aus der Story konnte man insgesamt drei Missionen anspielen: Ein Highway Battle zwischen Port Crescent und Pam Harbor, eine „Stehle-Fahrzeug-bringe-in-Werkstatt“ Mission im Stadtgebiet von Pam Harbor und ein Streetrace um die Gold Coast Mountains. (Ja, Tri City besteht inklusive Sunset Hills eigentlich aus vier Teilen!)
Wir haben natürlich alles mit Bravour auf den ersten Versuch erreicht...ähm..*räusper*..
Missionen überall wählen
Die Missionen lassen sich übrigens über eine Karten-Komplettübersicht direkt aufrufen – man muss nicht wie in GTA4 erst zur Position hinfahren um diese zu aktivieren. Natürlich wird man die genannten 200 Events wohl erst irgendwie im Storyverlauf freischalten müssen. Leider konnten wir hier noch nichts konkretes in Erfahrung bringen. Allerdings ist die Stadt auch vollständig und auf allen Straßen frei befahrbar. Für etwas Reaktionstraining oder ein paar Polizei-Jagden ist also immer genügend Auslauf vorhanden.
Die Polizei und euer Kopfgeld
Wenn wir gerade bei Polizei und Jagd sind: Fans von Most Wanted werden sich freuen, denn die Kopfgelder , bzw. Fahndungslistenboni sind wieder da! Schafft ihr es, einer Streife (oder auch 2, 3,4 und mehr) zu entkommen, sackt ihr nicht nur eine Prämie ein („Kosten, die ihr der Stadt verursacht habt“), sondern könnt diese noch durch diverse Boni aufbessern: Anzahl der verfolgenden Polizeiwagen, Stadtteil der Jagd (Im dichten Sunset Hills wird es möglicherweise höhere geben als in den weiteren Flächen der Gold Coast Mountains), Fahndungsbonus und mehr zählen hier dazu!
Gerade der Fahndungsbonus könnte womöglich höher ausfallen, wenn ihr mit einem Fahrzeug aufgegriffen werdet, welches der Polizei schon bekannt ist: Geratet ihr immer wieder mit der selben Karre mit den Ordnungshütern aneinander, reagieren sie schneller und härter – dafür steigt im Flucht-Erfolgs Fall dann aber wohl auch euer Geldbonus. Leider konnten wir dies noch nicht dediziert nachprüfen (Wie? Da sind noch andere Spielwillige??). Ein, nennen wir es mal „Flucht-o-Meter am unteren Bildschirmrand, zeigt euch übrigens immer, inwieweit ihr den Cops schon entkommen seid. Habt ihr diese hinter euch gelassen, müsst ihr eine kurze Zeit außerhalb ihrer Sicht bleiben und schon seid ihr inklusive einem geldigen Bonus wieder im Geschäft.
Missionen und zerstörbare Umwelt
Auch in den Missionen habt ihr es oft mit den Herren mit den blau-schwarz gestreiften Wagen zu tun. In unserer spielbaren Aufgabe sollten wir einen aus einem Autohaus entwendeten Flitzer zu einer Werkstatt bringen. Es ist natürlich logisch, dass, wenn man aus dem zweiten Stock eines Autohauses mit Vollgas durch die Glasfront bricht, dies nicht ungeahndet bleibt. Flux hatten wir fünf bis acht Sirenen am Hintern, die wir gar nicht so einfach abhängen konnten. Als Helferlein war auf der jederzeit sichtbaren Minimap ein Stahlrohrstapel angezeigt, der, wenn man sein Stützgerüst zerstört die Verfolger großflächig ausschaltet.
Die Umwelt ist übrigens ebenfalls sehr zerstörbar. Von Bushäuschen bis Absperrungen über Schilder bis auf alles, was nicht aus Beton oder massiv aus Stahl ist, könnt ihr über die Motorhaube verteilen und in alle Winde zerstreuen.
Streetrace und Wehrhafte KI
Den Abschluss bildete eine Street-Race in den Gold Coast Mountains. Gegen neun andere Fahrer zu bestehen war auf dem Kurs durchaus eine Herausforderung und die KI Fahrer sind keineswegs Kanonenfutter. Sie drängeln, bremsen euch aus, tippen unbeteiligte PKWs an so dass sie sich vor euch quer stellen oder fahren euch einfach in die Seite und schieben euch auf die Bande.
Kurioserweise müsst ihr auch mit heftiger Gegenwehr rechnen, wenn ihr euch mit Fahrern im Stadtverkehr anlegt. Manche geben durchaus nicht klein bei und greifen euch sogar an, wenn ihr ihr Fahrzeug beschädigt. Vorsicht vor Jeepfahrern und Bussen! In unserem Test schienen diese uns am aggressivsten und sie bringen auch das meiste Schadenspotential für euch mit und kicken euch auch mal auf den Seitenstreifen.
Neustart und Ranglisten
Doch wie bei der Missionsauswahl zeigt sich Undercover auch hier gnädig. Solltet ihr verlieren, von der Polizei geschnappt werden oder eine Mission komplett in den Sand setzen, dürft ihr das Rennen/die Mission einfach per „Neu starten“ ohne Nachteile wieder aufnehmen.
Eure Erfolge bei jeder Mission könnt ihr übrigens in einer Statistik nachschlagen, die für jeden Einsatz geführt wird. Diese könnt ihr in den Details jeder Aufgabe immer wieder in jedem Stadtteil nachschlagen. Dort seht ihr auch, wie viele Aufträge ihr dort schon erledigt habt und es scheint auch eine Anzeige zu existieren, wieviel Kopfgeld ihr verdient habt, bzw wie hoch euer verursachter Schaden ihr in Dollar in diesem Stadtteil schon ist.
Fazit
Need for Speed Undercover macht definitiv schon im Singleplayer eine Menge Spaß! Wir haben uns auch ohne Mission dabei ertappt, dass man minutenlang erst mal durch die Straßen rast, sich immer wieder gern mit den Cops anlegt und schon hier erste Erfolgserlebnisse bei gelungener Flucht erlebt. Die Stadt ist durchaus lebendig, auch wenn die Passanten fehlen. In einem Rennspiel sind diese aber wohl auch nicht von Interesse und stören eher das Spielempfinden (und eventuell die USK).
Um die Grafik zu bestaunen muss man übrigens bewusst anhalten. Auch wenn viele große Gebäude lange im Blick bleiben, so rauscht bei Tempo 200++ doch alles eher schnell vorbei und ihr werdet besser eure Augen auf den Verkehr halten. Wobei das „Abschießen“ eines Vehikels bei hoher Geschwindigkeit auch immer wieder ein Augenschmaus ist ... vom formidabel in Szene gesetzten Schadensmodell ganz zu schweigen! Hier ist es über alle Maßen und vor allem für anhaltend geringen Frustfaktor zu verschmerzen, dass auch ein Fast-Totalschaden nur visuell bleibt und nichts am Fahrverhalten ändert.
In einem filmreifen Stunt mit zerknautschter Karosse und schweißnassen Händen noch im letzten Moment die Mission erledigen, die Ziellinie als erster überfahren oder den Polizisten entkommen – das ist Need for Speed Undercover!
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